Ein paar Dinge sollte man grundsätzlich wissen:

    • Beim Kochen ist die Hygiene das Wichtigste. Das heißt insbesondere als Koch oft die gründlich die Hände mit Seife waschen und das auch von allen Helfern einfordern, Arbeitsflächen und –materialen sauber zu halten und Speisen (insbes. auch auf Zeltlagern) so zu lagern, dass sie für alle möglichen Viecher (Fliegen, Ameisen usw.) nicht zugänglich sind.
    • Für einige Speisen (insbes. auch Fleisch und Fisch) gelten in Deutschland besonders strenge Regeln was die Kühlung und die Haltbarkeit (z.B. Verbrauch am Kauftag) betrifft. Wenn man diese nicht garantieren kann, lieber darauf verzichten.
    • Köche für Gruppen benötigen eine Schulung („Gesundheitsbelehrung“), diese wird auch vom SJR angeboten; bitte nachfragen.
    • Fast-Food und Fertiggerichte sind zumindest für mehrtägige Freizeiten nicht ausreichend. Plant auch Gemüse und Obst ein, das mögen auch Kinder, wenn man es entsprechend präsentiert.
    • Die Zahl der Lebensmittelunverträglichkeiten nimmt ständig zu. Fragt schon bei der Anmeldung, auf was ihr beim Kochen achten müsst. Das gilt auch für Vegetarier.
    • Beteiligt Kinder wenn möglich am Kochen. Vom Elternhaus bekommen viele gar nichts mehr mit und nur wer weiß, wie Essen zustande kommt, schätzt es auch.
    • Macht euch schon vor dem Einkaufen Gedanken darüber, was mit den Resten nach der Freizeit passieren soll, es bleibt immer etwas über und für den Müll ist es meist zu schade. Fragt Nachbarn, Eltern, die Tafeln o.a. nach einer Möglichkeit, Reste die ihr nicht einlagern könnt, abzunehmen. Nehmt was zum Einpacken (Frischhaltefolie, Frühstücksbeutel o.ö.) mit.

     

    Gesundheitsbelehrung

    Eine Gesundheitsbelehrung für Ehrenamtliche bei Vereinsfesten etc. ist derzeit nicht mehr vorgeschrieben (Stand: März 2014); das Staatsministerium empfiehlt, die Helfer mit folgendem Leitfaden aufzuklären bzw. zu schulen:
    http://www.lgl.bayern.de/downloads/gesundheit/hygiene/doc/leitfaden_umgang_lm_v0701.pdf

    Das Gesundheitsamt, das letzten Endes die Kontrollen macht, empfiehlt aber eine Belehrung der Mitarbeiter, die mit verderblichen Lebensmitteln umgehen (z.B. Grillen von Bratwürsten und Steaks, Torten, Salate,…). Die Gesundheitsbelehrung muss nach der Erstbelehrung alle 2 Jahre wieder aufgefrischt werden; diese Auffrischungsbelehrung muss dokumentiert werden:
    http://www.erlangen.de/Portaldata/1/Resources/080_stadtverwaltung/dokumente/formulare/391_I_Wiederkehrende_Belehrung_IFSG_Hygiene.pdf

    Mit dem Leiter des Gesundheitsamtes kann man evtl. einen Sonderpreis verhandeln werden, wenn eine größere Gruppe an der Belehrung teilnimmt. Kontaktdaten: Herr Dr. Lederer 09131/7144419; Kosten normalerweise 15€ pro Person, ggf. günstiger möglich.

    Fazit: Die Gesundheitsbelehrung ist nicht vorgeschrieben, wird aber empfohlen.

     


    Kleine Mengenlehre

    Folgende Aufstellungen können Euch helfen, wenn Ihr Einkaufslisten für eine Gruppenfahrt aufstellt.

    Faustregel: ein normaler Mensch isst pro Mahlzeit 200g (Kinder, ältere Personen, Frühstück) bis 250g (insbes. Jugendliche).

    Zusätzlich wird pro Tag mindestens 2 Liter Flüssigkeit, bei heißen Tagen oder körperlicher Arbeit auch wesentlich mehr benötigt. Bei Milch und echtem Saft zählt etwa ein fünftel des Gewichts zu fester Nahrung.

    Wenn die verwendeten Speisen sehr wasserhaltig sind (insbes. Gemüse, Obst, Pudding, Joghurt, einige Fertiggerichte) oder sehr viel Abfall anfällt (z.B. Obstschalen, Knochen) sollte etwa nur mit dem halben Gewicht (z.B. Kartoffeln) oder sogar einem drittel bis viertel Gewicht (bei viel Abfall oder sehr viel Wasser) (z.B. Apfel, Bananen, Orangen, Zwiebeln) gezählt werden (Äquivalentgewicht).

    Die Maximalmenge von 250g kann nur überschritten werden:

    • wenn die Mahlzeit in ein Gelage (mehrere Stunden) ausartet, das heißt sich alle überfressen wollen und auch viel Hunger haben. I.d.R braucht es dann auch mehrere Gänge!

    Weniger als 200g wird gegessen:

    • wenn das Essen nicht schmeckt oder nicht ansprechend aussieht (insbesondere bei Kindern wichtig).
    • wenn zwischendurch viele Süßigkeiten etc. gegessen werden.
    • wenn die Rahmenbedingungen nicht stimmen (Zeitmangel, ungemütlicher Platz, schlechte Stimmung, fehlendes Besteck...).

     

     

    Gewicht

    Äquivalentgewicht

     

    Brotscheibe

    50g-80g

    50g-80g

     

    Apfel

    200g

    50g

     

    Banane

    200g

    50g

     

    Mandarine

    70g

    20g

     

    Orange

    150g

    40g

     

    Zwiebel

    80g

    20g

     

    Standardpackung Butter

    250g

    250g

     

    Standardpackung Cornflakes o.a.

    500g-750g

    500g-750g

     

    Standardpackung Haferflocken

    500g

    500g

     

    Standardpackung Zucker/Mehl

    1000g

    1000g

     

    große Dose (Fertiggericht, Gemüse)

    850g

    250g

     

    Joghurt/Pudding

    150-200g

    30-50g

     

    Marmelade

    400-500g

    200-250g

     

    Nußnugatcreme

    400g

    400g

     

    Spaghetti

    250g/500g

    250g/500g

     

    Kochbeutel Reis

    100-125g

    100-125g

     

    Gewürz/Öl gestrichener Teelöffel

    5g

    0g

     

    Gewürz/Öl gestrichener Eßlöffel

    12g

    0g

     

    Mengen einiger typischen Mahlzeiten (für Jugendliche):

    • 120g Brot, 80g Aufschnitt (Marmelade, Wurst, Käse), evtl. 50g Obst/Gemüse, ½l Tee
    • 120g Haferflocken/Cornflakes, 0,5 bis 0,7l Milch
    • 80g Haferflocken, 2 Oststücke (z.B. ½Apfel, ½Banane, ½Orange, ½Birne), evtl. Rosinen u. Nüsse, ½lMilch
    • 200g Nudeln/Reis, flüssige Soße, 100-200g Obst/Nachtisch
    • 120g Nudeln/Reis, 80g Fleisch, Gewürz, 100-200g Obst/Nachtisch
    • 100g Nudeln/Reis, 80g Fleisch, 150g-250g Gemüse
    • 200g Kartoffeln (z.B. auch als Pommes Frites), 150g Fleisch
    • 750g Fertiggericht, 50g Brot

    Zumindest bei längeren Fahrten empfiehlt es sich immer, etwas Brot in Reserve zu haben, falls das Essen doch nicht reichen sollte.

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