Beratung und Prävention sexualisierter Gewalt.
    Die Fachstelle des Stadtjugendamtes im Stadtjugendring Erlangen.

    Ich heiße Sabine Lehmann, bin Dipl. Sozialpädagogin (FH) und 
    Systemische Beraterin (SG) und seit September 2017 im Stadtjugendring Erlangen für die Fachstelle: „Beratung und Prävention sexualisierter Gewalt“ (19,5 Stunden) zuständig.
    Nach verschiedenen beruflichen Stationen im Bereich der beruflichen Bildungs- und Beratungsarbeit, dem Aufbau eines Mehrgenerationenhauses, der Erwachsen- und Jugendberufsbildung, habe ich zuletzt bei der Stadt Nürnberg als Jugendsozialarbeiterin an verschiedenen Schulen gearbeitet. Ich wohne in Fürth, bin verheiratet und Mutter von zwei Kindern.

    Heute ist sexuelle Gewalt keineswegs mehr ein Rand und Nischenthema, sondern – nicht zuletzt durch die große mediale Aufmerksamkeit in den letzten Jahren – in der Mitte der Gesellschaft angekommen. Und so stellen sich mittlerweile viele Vereine und Verbände die Fragen: Kann so etwas bei uns auch passieren? Was sind die besonderen Risiken? Kann man potentielle Täter erkennen?

    Laut Kriminalstatistik kommen jährlich ca. 10.000 Fälle von sexueller Gewalt an Kindern- und Jugendlichen zur Anzeige. Experten schätzen, dass die Höhe der Dunkelziffer hingegen bei ca. 80.000 bis 300.000 Betroffenen liegt (Enders, 2014, S. 12). Ein Großteil der Täter/-innen stammt aus dem familiären und sozialen Umfeld des Kindes oder Jugendlichen. Täter/-innen nutzen verschiedene Strategien, um mit Kindern und Jugendlichen in Kontakt zu kommen, dabei kann auch das Ehrenamt als Deckmantel dienen (Enders, 2014, S.13).

    Mit den Änderungen und Neureglungen des Bundeskinderschutzgesetzes im Jahr 2012 wurden eine Reihe von Aufgaben zum Schutz von Mädchen und Jungen vor Kindeswohlgefährdungen fest verankert und installiert.

    Nach §72 a SGB VIII Abs. 4) sollen die Träger der Öffentlichen Jugendhilfe Vereinbarungen mit den Trägern der Freien Jugendhilfe, Vereinen und Verbänden schließen, dass unter ihrer Verantwortung keine einschlägig vorbestraften haupt- und ehrenamtlichen Personen tätig sind. Das Jugendamt der Stadt Erlangen hat sich der Mittelfränkischen Vereinbarung angeschlossen, demnach müssen alle ehren- und nebenamtlichen Mitarbeiter/innen in der Jugendarbeit ihrem Träger ein erweitertes Führungszeugnis vorlegen, die das 18. Lebensjahr vollendet haben. 

    Mit dem Ziel die Erlanger Vereine und Verbände bei der Umsetzung dieser Gesetzgebung zu unterstützen, wurde deshalb im Mai 2014 im Stadtjugendring Erlangen die Fachstelle „Beratung und Prävention sexualisierter Gewalt“ des Stadtjugendamtes angesiedelt. 

    Die Qualifizierungs- und Beratungsangebote dieser Fachstelle richten sich an Vereine und Jugendverbände mit Sitz im Stadtgebiet Erlangen und bewegen sich im Bereich der Primären und Strukturellen Prävention. Unter „Primär“ sind alle Präventionsangebote zu verstehen, die sexueller Gewalt vorbeugen. „Strukturell“ bedeutet, dass es sich hierbei um ein Angebot handelt, welches die Strukturen einer Organisation analysiert, festigt, verändert oder ergänzt um einen verbesserten Schutz von Kindern und Jugendlichen zu erreichen. Der strukturelle Präventionsansatz ist nicht personengebunden. Das heißt gefestigte Strukturen und Rituale bestehen in der Regel auch nach einem Vorstandswechsel weiter. 

    Flyer „Mein Verein. GEGEN sexuelle Gewalt“  Flyer 'Mein Verein. GEGEN sexuelle Gewalt.'

    Unsere Angebote:

    Die erweiterten Führungszeugnisse (eFZ) müssen alle Vereine nach § 72a SGB VIII einsehen. Damit stellen sie sicher, dass keine einschlägig vorbestraften Personen in ihrem Verein / Verband tätig sind und in Kontakt mit Kindern und Jugendlichen kommen. Die Fachstelle berät Vereine und Verbände zur Umsetzung und kann die erweiterten Führungszeugnisse einsehen. Die aktuellen Termine für „Sammeleinsichtnahmen“ finden Sie hier: http://www.sjr-erlangen.de/Beantragung%20erweitertes%20F%C3%BChrungszeugnis

    Die Gefährdungsanalyse ist die Grundlage für ein Präventionskonzept. Die Fachstelle begleitet und steuert den Prozess der Gefährdungsanalyse. Im Rahmen der Gefährdungsanalyse werden die Strukturen einer Organisation mit Hilfe von unterschiedlichen Leitfragen reflektiert. Deutlich werden dabei nicht nur problematische Bereiche, sondern auch Strukturen die Kinder und Jugendliche bereits schützen. Auch die Sicht der Kinder und Jugendlichen ist dabei wichtig!  

    Das Präventionskonzept basiert auf den Ergebnissen der Gefährdungsanalyse. Die Fachstelle unterstützt Vereine / Verbände bei der Entwicklung und Umsetzung eines Präventionskonzeptes. Nur wenn es zum Verein / Verband passt wird es auch umgesetzt. 

    Information Wenn Vereine und Verbände wissen, was sexuelle Gewalt ist, wo sie anfängt und wie Täter/-innen vorgehen, können Kinder und Jugendliche besser geschützt werden. Die Fachstelle im SJR bietet deshalb kostenlose Workshops und Informationsveranstaltungen sowie die Vermittlung von Informationsmaterial an: https://www.bjr.de/themen/praevention/praevention-sexueller-gewalt/materialien.html

    Vermittlung an Fachstellen Bei Fragen zu Anbietern von Pädagogischen Präventionsprojekten sowie bei Hinweisen auf Kindeswohlgefährdung und / oder sexualisierter Gewalt werden die Vereine / Verbände an entsprechende Fach- und Beratungsstellen vermittelt. Fachstellen helfen nicht nur Betroffenen, sondern auch Vereinen / Verbänden diese Krise zu bewältigen. 

    Alle Angebote sind kostenfrei und richten sich an alle Vereinen/Verbände im Stadtgebiet Erlangen. Nach Terminvereinbarung komme ich auch gerne zu Euch/Ihnen in den Verein/Verband.  

    Fachstelle: „Beratung und Prävention Sexualisierter Gewalt“
    Sabine Lehmann – Dipl.-Soz. Päd. (FH) + Systemische Beraterin (SG)
    Stadtjugendring Erlangen - Gebbertstraße 1 – 91052 Erlangen
    lehmann@sjr-erlangen.de - 09131 / 97 82 726
    www.sjr-erlangen.de